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Gefäßerkrankung


Häufige Symptome der Veneninsuffizienz

Liegen ansonsten keine Symptome vor, genügt zur Beurteilung von Patienten mit kosmetischen Bedenken aufgrund von Krampfadern eine körperliche Untersuchung. Liegen bei den Patienten jedoch noch anderweitige Symptome der Veneninsuffizienz vor (siehe Liste unten), sollte bei den Betroffenen zusätzlich eine intensive Abklärung, u. a. mittels Duplex-Ultraschall, durchgeführt werden.

  • Beinbeschwerden, müde, schmerzende oder schwache Beine, vor allem nach langem Stehen oder Sitzen
  • Krampfadern
  • Hautbrennen oder Juckreiz
  • Geschwollene Beine und/oder Knöchel (Ödeme)
  • Hautverfärbungen und Veränderungen der Hautstruktur
  • Offene Wunden (Beinulzera)

Krampfadern

Krampfadern treten charakteristischerweise im oberflächlichen Venensystem auf und betreffen häufig die Venenstämme – die große und kleine Stammvene bzw. Rosenvene – sowie die Nebenäste.

Krampfadern sind oberflächliche Venen, die infolge des gestiegenen Drucks durch fehlerhafte oder fehlende Klappen erweitert sind. Diese Erweiterung führt letztendlich dazu, dass sich die Klappensegel nicht mehr korrekt schließen und es dadurch zu einem Reflux kommt. Auch fehlende funktionsfähige Klappen können zu einer Venenerweiterung führen. Fällt eine Klappe aus, steigt der Druck auf alle weiter von der Körpermitte entfernt gelegenen Klappen, bis auch diese nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten. Der Durchmesser von Krampfadern liegt zwischen 3 mm und > 8 mm.2



Ödembildung und Schwellungen in Beinen oder an Knöcheln mit und ohne Hautveränderungen

Ödeme und geschwollene Knöchel stellen die nächste Krankheitsphase der Veneninsuffizienz dar und sind eine Folge des Venenüberdrucks, durch den Flüssigkeit in die Lymphbahnen und Interstitialräume drängt.

Hierdurch kann es zum Anschwellen von Beinen oder Knöcheln und zu Veränderungen der Hautpigmentation kommen. Charakteristisch dafür sind starke Schmerzen und Beschwerden insbesondere im Unterschenkel (Wade und Knöchel), wo die Nähe der Nerven zueinander die Situation verschärft. In diesem Stadium ist neben den oberflächlichen Venen gewöhnlich auch das tiefe Venensystem bis zu einem gewissen Grad mit betroffen (einschließlich der Perforansvenen).


Aktive und abgeheilte venöse Ulzera

Dieses Stadium stellt die schwerste Form der Veneninsuffizienz dar, bei der charakteristischerweise sowohl das tiefe Venensystem (einschließlich Perforansvenen) als auch das oberflächliche Venensystem betroffen sind. Extremer Reflux und Venenüberdruck führen zu Veränderungen in der Mikrozirkulation der Haut, was schließlich ausgeprägte Ulzerationen nach sich zieht.

Anatomisch sind in diesen Stadien im Allgemeinen das Stammvenen-System3, die Perforansvenen (in der Regel die Cockett-Venen) und das tiefe Venensystem (charakteristischerweise der weiter von der Körpermitte entferne Abschnitt der Oberschenkelvene und/oder die tiefe Oberschenkelvene) betroffen. Bei einem geringeren Anteil der Patienten sind lediglich das tiefe System (<5 %) und noch seltener lediglich die Perforansvenen betroffen.



1 Barron HC, Ross BA. Varicose Veins: A guide to prevention and treatment. NY, NY: Facts on File, Inc. (An Infobase Holdings Company); 1995;vii.
2 Goldman M. Sclerotherapy: Treatment of Varicose and Telangiectatic Leg Veins. 2nd ed. Mosby; 1995. p. 250-251, 431-465.
3 Labropoulos N. The role of the distribution and anatomic extent of reflux in the development of signs and symptoms in chronic venous insufficiency, J Vasc Surg 1996; 23:3:504-510.